MITSCH SCHULZ
← Geschichten

Kulturarbeit · 2008

Kunst für die Lilien

2008 stand der SV Darmstadt 98 vor der Insolvenz. Mitsch organisierte eine Kunstaktion: Über 60 Künstler spendeten Werke, Verkauf und Versteigerung brachten rund 17.000 Euro.

Dicht gedrängte Gäste in einem Ausstellungsraum mit Bildern an den Wänden bei der Aktion Kunst für die Lilien
Kunst für die Lilien, 2008

Erzählt von Mitsch Schulz

Angefangen hat alles im Frühjahr 2008, als ich im Radio hörte, dass mein Verein, der SV Darmstadt 98, insolvent ist. Schon als kleiner Junge war ich mit meinem Vater am Böllenfalltor. Die Gegengerade war seit Jahren der Ort, an dem ich mich mit guten Freunden alle zwei Wochen zum Heimspiel traf.

Als sich der erste Frust gelegt hatte, dachte ich: Wenn man sehr an etwas hängt und sich mit vollem Einsatz einbringt, muss doch was möglich sein. Ich kam gleich auf die Idee einer Kunstaktion. Blöd nur, dass ich in keiner Kunstszene verwurzelt war und niemanden vom Verein kannte.

Trotzdem habe ich irgendwann den damaligen Koordinator Tom Eilers angerufen. Den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr, aber es war so etwas wie: „Ich weiß zwar nicht, was du willst, aber wir unterstützen dich.“ Das reichte für ein gutes Gefühl.

Sandra und Pippo Russo, die damaligen Herausgeber von „Vorhang Auf“, sagten sofort ihre Unterstützung zu. Bei den vielen Telefonaten mit Künstlern aus Darmstadt und Umgebung bekam ich kaum eine Absage. Am Ende spendeten über 60 Künstler ein oder mehrere Werke.

Sandra Russo organisierte das Justus-Liebig-Haus als Ort. Die Galerie Netuschil lud vorab zu einem Gespräch zwischen Künstlern und Fußballern ein, so schafften es die Lilien sogar ins Feuilleton des Darmstädter Echo. Bei der Versteigerung halfen der damalige Stadionsprecher Peter Kunz und die damalige Justizministerin Brigitte Zypries.

Es war eine von vielen Aktionen, mit denen Fans damals dazu beigetragen haben, dass der Verein überlebt. Vielen Dank an alle Beteiligten!